Samstag, 7. September 2013

Netzwerk gegen Gewalt an Frauen aktiviert




Die Fakten sind alarmierend: Sowohl die Zahl der Hilfesuchenden in den Beratungsstellen als auch die Aufnahmen in das Frauenhaus Brixen haben heuer – im Vergleich zu den vergangenen Jahren - deutlich zugenommen. Für die Kommission für Chancengleichheit der Gemeinde Brixen ist dies Anlass genug, um an die Öffentlichkeit zu gehen - mit einem Netzwerk, das gemeinsame Präventionsmaßnahmen gegen die Gewalt an Frauen ausarbeitet.

 Bereits in den letzten Jahren hat die Kommission für Chancengleichheit der Gemeinde Brixen Aktionen gegen die Gewalt an Frauen initiiert. Das Problem jedoch scheint sich laut den jüngsten Zahlen auch im Eisacktal nicht zu entspannen. In der letzten Kommissionssitzung trafen sich Vertreter verschiedenster Institutionen und ehrenamtlicher Vereinigungen, die zusammen mit der Kommission an einer Kampagne gegen die Gewalt an Frauen arbeiten. Für Monika Leitner, Vorsitzende der Kommission für Chancengleichheit, ist diese Art der Netzwerkarbeit besonders wichtig: Da das Problem ein gesamtgesellschaftliches ist, sei es auch wichtig, möglichst viele verschiedene Gruppierungen in die Diskussion einzubinden.

Barbara Wielander, Verantwortliche der Brixner Beratungsstelle für Frauen in Gewaltsituation und Leiterin des Frauenhauses, unterstrich die traurige Tatsache, dass heuer weit mehr Beratungsgespräche und Aufnahmen durchgeführt wurden als in den vergangenen Jahren. Ihrer Meinung nach sind die Zahlen die Folge der verstärkten medialen Berichterstattung in Südtirol nach diversen Vorfällen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt. Sie habe vielen Frauen Mut gemacht, sich an die Notdienste zu wenden.
Giancarlo Milesi, Verantwortlicher für die Sektion Yoseikan Budo im SSV Brixen, setzte bereits im Vorjahr aktive Schritte. In Zusammenarbeit mit der Kommission bot er kostenlose Selbstverteidigungskurse für Frauen an. Das Angebot, das auf viel Zustimmung stieß, soll auf ganz Südtirol ausgedehnt werden.
Präsidentin Gabriele Lüling und Helga Dejaco vom Zonta Club Brixen betonten, dass Hilfe, die Frauen zuteil wird, indirekt der Familie und damit der ganzen Gesellschaft zugute kommt. Deshalb sei es auch für den Club wichtig, sich aktiv an solchen Aktionen zu beteiligen.
Gemeinsam erarbeitet wurden die Rahmenbedingungen für verschiedene Aktionen, die rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen im November in Brixen stattfinden werden. Geplant sind Projekte, die möglichst viele Teile der Brixner Bevölkerung involvieren.

V.l.n.r: Vorsitzende der Kommission für Chancengleichheit Monika Leitner, Präsidentin des Zonta Club Brixen Gabriele Lüling, Helga Dejaco, Markus Frei, Petra Libera, Barbara Senn, Barbara Berti, Irmgard Burger Thaler, Frauenhausleiterin Barbara Wielander, Peter Perez, Giancarlo Milesi, SSV Yoseikan Budo Brixen, Elda Letrari, Stadträtin

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