Freitag, 30. September 2011

Barbara Wielander stellt das Frauenhaus vor

Auch wenn die extrem niedrige Anzahl von 12 Anzeigen in den letzten drei Jahren im Polizeikommissariat Brixen ein ganz anderes Bild vermitteln mag: Etwa 20% aller in einer Beziehung lebenden Frauen sind Gewaltsituationen ausgesetzt. Das Bild ist international stimmig und ein trauriges Dauerphänomen in unserer Gesellschaft – und vor allem alarmierend: Die Weltgesundheitsorganisation sieht in dieser Art der Gewalt eines der weltweit größten Gesundheitsprobleme. Barbara Wielander, Verantwortliche für die Brixner Beratungsstelle für Frauen in Gewaltsituationen, unterstrich in der letzten Sitzung der Kommission für Chancengleichheit den tatsächlichen Stand. Allein im letzten Jahr kamen 90 Frauen zu Beratungsgesprächen in die Beratungsstelle, 30 Frauen und deren Kinder wurden ins Brixner Frauenhaus aufgenommen, das als eine von 5 Strukturen in Südtirol einen geschützten Raum darstellt und eine wichtige Station auf dem Weg dieser Frauen ist, in ein gewaltfreies und selbstständiges Leben zurückzufinden.
Leider gibt es in Südtirol keine ähnliche Einrichtung für Männer, die in Beziehungen Gewalt erleiden. Für sie ist es immer noch sehr viel schwerer bis fast unmöglich, an die Öffentlichkeit zu treten. Die  Männerberatungsstelle der Caritas dagegen ist Anlaufstelle für Männer, die ihre eigene Gewaltbereitschaft hinterfragen wollen und vertraulichen, anonymen und kostenlosen rechtlichen und psychologischen Rat suchen.


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